Abraham gilt in den drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam als Vater des Glaubens. Für seine Existenz gibt es zwar kein außerbiblisches Zeugnis, doch könnte er tatsächlich um die Zeit des babylonischen Herrschers Hammurabi (um 1745–1686 v.Chr.) gelebt haben und Patriarch eines jener halbnomadischen Clans aramäischer Abstammung gewesen sein, die zwischen den Städten Mesopotamiens umherwanderten, später weiter in Richtung Westen zogen und sich schließlich in Palästina niederließen.
Seine Lebensgeschichte wird im Alten Testament (Genesis 11–25) erzählt. So wanderte Abraham auf Geheiß Gottes mit seiner Familie von Ur in Chaldäa (heute eine Ruinenstätte im Irak) in das Land Kanaan, wo seine bislang unfruchtbare Frau Sara noch im hohen Alter den prophezeiten Stammhalter zur Welt brachte. Abraham gab ihm den Namen Isaak. Als dieser herangewachsen war, stellte Gott Abraham vor eine schwere Prüfung: Er sollte ihm Isaak als Opfer darbringen. Abraham gehorchte, errichtete auf dem Berg Morija einen Altar und legte seinen Sohn darauf. Gott aber begnügte sich mit Abrahams glaubensvollem Gehorsam und sandte ihm einen Widder, den er anstatt seines Sohnes opfern konnte.
Abrahams Opfergesinnung wird von den Christen noch heute in der Heiligen Messe gedacht: Das erste römische Hochgebet spricht von »unserem Vater im Glauben«.
Darstellung: in wallendem Patriarchengewand; mit Isaak an der Hand oder bei dessen Opferung
Attribute: Opfermesser, Widder

Quelle: Herder-Verlag